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Interview mit einem Arzt aus Leidenschaft

Dr. med. Munther Sabarini, Arzt, Facharzt für Neurochirurgie:
Ich habe erlebt, wie behutsam er Patienten untersucht; wie er ihnen Mut macht! Ich habe ihn beobachtet, wie er mit größter Akribie die Menschen in jenem Bereich operiert, in dem alle Nervenbahnen, die unsere Bewegung und unser Denken steuern, auf allerengstem Raum verlaufen: der Wirbelsäule!


Wir gingen vor einigen Jahren gemeinsam durch den Rohbau, von Stockwerk zu Stockwerk, in dem die heutige Avicenna-Klinik entstanden ist. Voller Stolz und Optimismus hat Dr. Munther Sabarini damals im Baustaub versprochen: "Hier werden mein Team und ich Menschen aus aller Welt behandeln. Wir werden ihnen helfen, wieder ein schmerzfreies Leben zu führen." Er hat Wort gehalten.

 

Die Neurochirurgie ist vielschichtig, umfasst vom Gehirn über sämtliche Nervenbahnen bis in die Wirbelsäule das ganze Spektrum der Impulsgebung. Dr. Munther Sabarini hat sich auf den Behandlungsschwerpunkt Wirbelsäulenerkrankungen fokussiert (u. a.  Bandscheibenvorfall, Spinalkanalenge, Wirbelgleiten, Wirbelbruch, Tumore/Zysten der Hals-, Brust-und Lendenwirbelsäule).

Die Patienten, die zu ihm kommen, nehmen weite Wege in Kauf. Sie erreichen die renommierte Wirbelsäulen-Klinik in Berlin aus Norwegen und England, Schweden und Dänemark, der Schweiz und Spanien, aus Österreich, den USA, aus Kanada, Chile, China, Australien, Afrika, Polen, der Türkei und der arabischen Welt. Sabarini selbst kann sich in fünf Sprachen mit seinen Patienten unterhalten. In der Klinik werden deshalb 13 Sprachen angeboten.
Dr. Sabarini: "In unserer Klinik beschäftigen wir uns mit den vielfältigen Beschwerden und Erkrankungen in den Bereichen ‚Wirbelsäule und Gelenke‘ – innerhalb dessen haben sich vor allem Rückenschmerzen zu
einer regelrechten Volkskrankheit entwickelt." In Zahlen: Etwa 80 Prozent der Bevölkerung leiden mindestens einmal im Leben unter ihnen, ein Drittel sogar fast ständig. Auf Dauer sind die Beschwerden äußerst unangenehm und können die Lebensqualität beträchtlich vermindern. Nur allzu oft sind sie der Grund für Arbeitseinschränkungen, verminderter Lebensqualität bis hin zur Depression.

 

"Warum sind Sie Arzt geworden?", frage ich ihn. Wir sitzen im 2. Stock, im Büro seiner Klinik in der Paulsborner Straße, einen Steinwurf vom Kurfürstendamm entfernt. Dr. Sabarini hat der Klinik den Namen Avicenna gegeben  – Avicenna (* um 980 in Afschana bei Buchara in der persischen Provinz Chorasan; † Juni 1037 in Hamadan) war ein persischer Arzt, Physiker, Philosoph, Dichter, Jurist, Mathematiker, Astronom, Alchemist und Musiktheoretiker.Der Gelehrte war ein Universalgenie. Er zählte zu den berühmtesten Persönlichkeiten seiner Zeit und hat insbesondere die Geschichte und Entwicklung der Medizin maßgeblich geprägt. Dr. Munther Sabarini fühlt sich Avicenna seelenverwandt. Er selbst ist in Jordanien geboren und dort zur Schule gegangen.

"Warum ich Arzt geworden bin?", wiederholt er meine Frage. "Mein Onkel war Arzt. Und er hat mich tief beeindruckt. Wie er mit Menschen umgegangen ist, mit welchem Respekt er sie behandelt hat, das war wirklich großartig. Mit dieser Menschlichkeit meines Onkels bin ich groß geworden, sie hat mich geprägt. Genau das wollte ich auch: anderen Menschen helfen."

Ein Schlüsselerlebnis, machte Dr. Sabarini letztendlich zu dem Spezialisten, der er heute ist – in Sofia (Bulgarien), wo er von 1979 bis 1985 Medizin studierte. "Ein paar Medizinstudenten und ich trafen uns regelmäßig außerhalb des Studienalltags im kleinen Kreis, um uns in der Medizinischen Akademie weiterzubilden. Eines Tages sah ich einen großen kräftigen Mann, der mit seinem Auto vorfuhr… und eine kleine, zierliche Frau aus dem Wagen hievte und sie samt Rollstuhl ins Gebäude schaffte. Dann kam der Mann zurück, um einen älteren Herrn mit seinem Rollstuhl ins Gebäude zu tragen. Ich bin natürlich hin, um zu helfen."
Der Fremde und Sabarini kamen so ins Gespräch: „Mir gefällt", sagte der Mann, "dass Du sofort aufgesprungen bist, um mir zu helfen. Ich finde auch toll, dass Du Arzt werden willst. Wenn Du möchtest, besuch mich in meiner Klinik. Ich bin Chef einer Klinik für Neurochirurgie."
Sabarini nahm das Angebot dankend an.  Es sollte die Geburtsstunde des Neurochirurgen in ihm werden.

 

Schicksalhafte Begegnung

"Dieser Teilbereich der Medizin - eine einzigartige Herausforderung, weil es hier wirklich um die feinsten Strukturren im Körper geht - hat mich elektrisiert und so fasziniert, dass ich alles darüber wissen wollte. Bis heute habe ich diese Entscheidung nicht bereut. Tatsächlich ist es so, dass ich auch bei einem Neuanfang nichts anderes machen würde als Neurochirurgie."


Mindestens 25.000 neurochirurgische Operationen hat der Experte mittlerweile vorgenommen – die meisten von ihnen in Deutschland,  seiner zweiten Heimat. Und das, obwohl sein Ziel eigentlich ursprünglich England oder USA hieß. Aber wieder kam es in Sofia zu einem Kontakt, der Einfluss auf Sabarinis beruflichen Lebensweg nahm. "Bei einem Kongress in Sofia hielt ich ein Referat und trug Forschungsergebnisse vor. Dabei lernte ich einen deutschen Professor aus Freiburg kennen, der mich einlud. Ich durfte in seiner Klinik lernen, lebte wie ein Sohn in seiner Familie. Tja, und daraus sind mittlerweile 26 Jahre Deutschland geworden."

In diesen 26 Jahren hat die Wirbelsäulenchirurgie gigantische Fortschritte gemacht. Und daran ist er maßgeblich beteiligt. Mit Bandscheibenzüchtung und künstlichen Bandscheiben, die die Beweglichkeit – im Gegensatz zur Versteifung der Wirbelkörper – flexibel halten, können Patienten auf neue Möglichkeiten zurückgreifen.

Und sie kommen von überall her. Außer arabisch und russisch, englisch und bulgarisch spricht Sabarini längst fließend Deutsch… eine wichtige Basis, um in Deutschland Karriere zu machen. Erst als Chef in einer eigenen Praxis am Tauentzien in Berlin, danach als Direktor der Avicenna Klinik!
Diese Aufgabe hält den 59-jährigen an sieben Tagen der Woche – etwa 90 Stunden – auf Trab. "Wissen Sie,  was die wichtigsten Qualitäten eines Arztes sind? Wissen, Können und Berufung! Mein Beruf ist meine Berufung. Gott hat mir die Fähigkeit gegeben, Medizin zu studieren. Nun ist es mein Dank, mein Wissen und meine Kenntnisse einzusetzen, um Menschen zu helfen und ihnen Schmerzen zu nehmen."

 

Er benutzt eine Metapher: "Ein Künstler gibt alles, um ein großes Bild zu malen… so ist es bei mir auch.  Was man tut, muss man mit Leidenschaft tun, mit großer Freude. Das ist der Sinn des Lebens – das ist auch der Sinn der Medizin." Anders  wäre sein Arbeitspensum vermutlich auch schwer durchzuhalten.

"Welche Rolle spielt Menschlichkeit in der Genesung?", hake ich nach. "Nähe und Menschlichkeit sind ganz wichtig, um wieder gesund zu werden. Natürlich werden unsere Mitarbeiter geschult… aber letztendlich machen sie genau das, was ich ihnen jeden Tag vorlebe. Jeden Abend, bevor ich die Klinik verlasse, gehe ich von Zimmer zu Zimmer, verabschiede mich von den Männern und den Frauen, die sich mir anvertraut haben. Und manchmal sitze ich so lange am Bett, bis auch die letzte Frage beantwortet ist."
Er lässt eine weitere Metapher folgen. "Eine Klinik ist vergleichbar mit einer biologischen Zelle. Wenn die verschiedenen Teilchen der Zelle miteinander harmonieren, lebt die Zelle. Wenn nicht, stirbt sie. So ist das auch in einer Klinik. Jeder Mensch, der hier arbeitet, muss in die gleiche Richtung denken… und handeln im Sinne des Patienten. Wir haben nur ein Ziel: dass der Patient dieses Haus gesund und zufrieden verlässt. Und auf dem Weg dahin ist die reine Chirurgie nur eines von mehreren  Mosaiksteinchen."


Prinzen und Präsidenten gehören zu Sabarinis Patienten, Milliardäre, die in eigenen Jets und mit Hofstaat einfliegen. Boxer, die große Kämpfe gewonnen haben, Forscher, die zu Recht auf den Nobelpreis hoffen und Schriftsteller, deren Bücher Millionenauflagen erreicht haben. Doch wenn Menschen Schmerzen haben, sind sie für ihn alle gleich. "Jeder  bekommt bei mir die gleiche Behandlung. Ich freue mich einfach für jeden, der die Klinik ohne Schmerzen verlässt und wieder aufrecht durchs Leben gehen kann.“

 

 

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