Das Team

Zum unmittelbaren Team von Prof. Hagenmüller gehören Oberärzte, Assistenzärzte, Pfleger, Schwestern und eine Sekretärin, die immer bemüht ist, zügige Termine für Patienten zu vereinbaren.  

Das Fachgbiet der Gastroenterologie ist so komplex, dass es sich in zahlreiche Zweige unterteilt: von Magengeschwüren über sie Störanfälligkeit der sensiblen Bauchspeicheldrüse bis zu Gallenproblem; von Fettstoffwechselstörungen über chronische Entzündungen des Darms bis hin zur  Krebsdiagnostik.

 

TIEFERE EINBLICKE FÜR NICHT-EXPERTEN


Zum mittelbaren Team zählt der Experte eine junge Autorin, die ihm zwar persönlich noch nie begegnet ist, die aber mit ihrem Bestseller – wenn man so will – die Darm-Szene rockt. Giulia Enders, Autorin von "Darm mit Charme" bringt buchstäblich Licht ins Dunkel eines, wie sie schreibt "unterschätzten Organs".

Die junge Wissenschaftlerin erklärt ebenso spannend wie unterhaltsam, was wir mit dem Darm für ein hochkomplexes und wunderbares, nur eben leider extrem vernachlässigtes Organ haben. Schließlich ist der Darm der Schlüssel zu Körper und Geist. Er ist ein fabelhaftes Wesen voller Sensibilität, Verantwortung und Leistungsbereitschaft – und er ist der wichtigste Berater unseres Gehirns!  

Giulia Enders forscht für ihre Doktorarbeit am Institut für Mikrobiologie und Krankenhaushygiene in Frankfurt am Main. Sie ist zweifache Stipendiatin der Wilhelm-und-Else-Heraeus-Stiftung. 2012 gewann sie mit ihrem Vortrag "Darm mit Charme" den 1. Preis des Science Slam in Freiburg, Berlin und Karlsruhe, der zum YouTube-Hit wurde. 

Prof. Hagenmüller: "Diese junge angehende Kollegin ist genial. Das Buch ist prall gefüllt mit Sachinformationen und in einer Sprache geschrieben, die alle Leute verstehen. Dass mittlerweile so viele Menschen so viel über den Darm wissen, das verdanken sie nicht der Medizin  – das verdanken sie ihr." Damit ist sein Lob noch nicht am Ende: "Sie hat für den Darm eine Aufmerksamkeit geschaffen, die uns Eierköpfen nicht gelungen ist... wir reden geschwollen daher, und keiner versteht uns." Sein Fazit nach der Lektüre ihres Buches: unbedingt lesen! 

Was dem Darm Charme verleiht

"Während meines Studiums merkte ich, wie stiefmütterlich der Darm in der Medizin behandelt wird", schreibt Enders in ihrem Vorwort. "Dabei ist der Darm ein völliges Ausnahme-Organ. Er bildet zwei Drittel des Immunsystems aus, holt Energie aus Brötchen oder Tofu-Wurst und produziert mehr als zwanzig eigene Hormone." Sie berührt einen sensiblen Punkt: "Ich verstehe, dass viele Patienten, die unangenehme Krankheiten haben, enttäuscht sind von der Medizin. Ich kann keine Wundermittel verkaufen, und auch ein gesunder Darm wird nicht jede Krankheit heilen. Was ich allerdings kann, ist, in charmantem Ton zu erklären, wie es so läuft im Darm, was die Forschung Neues bietet, und wie wir mit diesem Wissen unseren Alltag besser machen können." Folgen wir also ihrem Leitfaden, der der Welt den Darm erklärt – oder besser die Verdauungsorgane vom Eingang bis zum Ausgang…

Wussten Sie schon, …

… WIE IHR VERDAUUNGSSYSTEM AUFGEBAUT IST? "Unser Darmrohr sieht von weitem ulkig aus. Hinter unserem Mund führt eine zwei Zentimeter breite Speiseröhre den Hals hinunter, verfehlt die Spitze des Magens und geht dann irgendwo seitlich in den Magen über", erklärt Giulia Enders. "Die rechte Magenseite ist viel kürzer als die linke – deshalb krümmt er sich zu einem halbmondförmigen, schiefen Beutelchen. Der Dünndarm schlängelt sich mit seinen sieben Metern Länge orientierungslos mal nach rechts und mal nach links, bis er schließlich in den Dickdarm übergeht. Daran wiederum hängt ein scheinbar unnötiger Blinddarm, der wohl nichts kann, außer sich zu entzünden. Außerdem hat der Dickdarm lauter Ausstülpungen. Er sieht aus wie ein trauriger Versuch, eine Perlenkette nachzuahmen. Von weitem betrachtet, ist das Darmrohr eine unansehnlicher, uncharmanter und unsymmetrischer Schlauch..."

 

… WIE SICH DER DARM VOR EINDRINGLINGEN SCHÜTZT? "Gute Bakterien verteidigen unseren Darm – er ist schließlich ihre Heimat, und sie geben ihr Revier nicht freiwillig an schlechte Bakterien ab. Dafür sitzen sie manchmal genau dort, wo Krankheitserreger uns gerne infizieren. Kommt dann ein schlechtes Bakterium an, sitzen sie schon dick grinsend auf seinem Lieblingsplatz, legen ihre Handtasche auf den Beifahrersitz und lassen ungemütlich wenig Platz. Ist dieses Signal nicht deutlich genug, ist das auch kein Problem. Sicherheitsservice-Bakterien kennen noch mehr Tricks. Sie stellen beispielsweise kleine Mengen Antibiotika und Abwehrstoffe her, mit denen sie im nächsten Umfeld fremde Bakterien vertreiben. Oder sie nutzen verschiedene Säuren. Durch sie wird nicht nur Joghurt oder Sauerkraut vor Fäulnisbakterien geschützt – auch unser Darm wird durch Säure zu einem ungemütlicheren Umfeld für schlechte Keime. Eine weitere Möglichkeit ist das Wegessen (wer Geschwister hat, kennt das vielleicht). Manche probiotische Bakterien scheinen den schlechten Bakterien gern das Essen vor der Nase wegzuschnappen. Irgendwann haben Bösewichte dann auch keinen Bock mehr und geben auf."

 

…WIE DAS HIRN IM DARM SIGNALE SENDET? "Signale aus dem Darm können in verschiedene Hirnbereiche gelangen, aber nicht in alle. Niemals kommen sie zum Beispiel in der Sehrinde im Hinterkopf an. Wäre dem so, würden wir Bilder oder Effekte von dem sehen, was im Darm passiert. Wohin sie allerdings kommen können, ist die Insula, das limbische System, der präfrontale Cortex, die Amygdala, der Hippocampus oder auch der anteriore cinguläre Cortex. Neurowissenschaftler werden jetzt verletzt aufschreien, wenn ich die Zuständigkeiten dieser Bereiche grob so zusammenfasse: Ich-Gefühl, Gefühlsverarbeitung, Moral, Angstempfinden, Gedächtnis und Motivation. Das bedeutet nicht, dass unser Darm unsere moralischen Gedanken steuert – es räumt ihm aber die Möglichkeit ein, diese zu beeinflussen." 

 

…WIE OFT SIE TATSÄCHLICH AUFS KLO GEHEN MÜSSTEN? Manchmal braucht ein Stück Tore 42 Stunden, um den Weg durch den Darm zurückzulegen. Manchmal auch nur 8. "Solange die Konsistenz stimmt und man keine Beschwerden hat, muss man sich als etwas gemütlich verdauender Mensch keine Sorgen machen. Im Gegenteil: Wer zu der "einmal am Tag oder seltener"-Fraktion gehört oder auch ab und an zu Verstopfungen neigt, hat laut einer niederländischen Studie sogar ein geringeres Risiko, bestimmte Enddarmerkrankungen zu bekommen. Getreu dem Motto des Dickdarms: In der Ruhe liegt die Kraft."

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