Die Medikamente

Wann ist eine Operation notwendig? Grundsätzlich soll die Entscheidung für eine Operation dann fallen, wenn  die Schmerzen für Betroffene nicht mehr akzeptabel sind und/oder sie täglich Medikamente nehmen müssen. Es ist  also in erster Linie der Patient selbst und nicht der Arzt, der den Zeitpunkt der Operation festlegt.

Professor Gehrke kennt seit Jahren den klassischen Weg, den viele Patienten gehen, bevor sie sich für einen Eingriff entscheiden. Der sieht so aus: "Alles beginnt mit leichten Schmerzen, die man entweder nicht ernst nimmt bzw. gut ertragen kann. Irgendwann werden die Schmerzen intensiver, treten schubweise in Intervallen auf. Haben anfangs noch rezeptfreie Medikamente geholfen, sind alsbald stärkere, oft verschreibungspflichtige Medikamente notwendig. Das ist dann der Beginn einer Kaskade, die die Lebensqualität reduziert. Irgendwann schließlich kommt der Punkt, wo all die Medikamente nicht mehr helfen."
Bei akuten Entzündungen spritzen manche Mediziner Kortikoide in den Gelenkspalt. Damit ist allerdings ein nicht gerade geringes Infektionsrisiko verbunden. Schon allein deshalb sollte man die Spritzkur nicht allzu häufig wiederholen, zumal eine langfristige Besserung bislang nicht belegt ist.

Hinzu kommt, dass Kortikoide einen negativen Einfluss auf die Knochendichte haben können, wenn man sie längerfristig einnimmt. Das bedeutet, dass die Knochen nicht mehr so stabil sind, was wiederum der OP-Planung mit einer möglichst langen Haltbarkeit einer Prothese unter Umständen einen Strich durch die Rechnung machen kann. 

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WIE FÜHLT SICH DIE HÜFTE NACH DEM EINGRIFF AN?
Jeder operative Eingriff bedeutet auch Schmerzen. Besonders bei künstlichem Gelenkersatz für Knie, Schulter und Hüfte kann der Schmerz nach der Operation durch die Verletzungen an Gewebe, Haut und Knochen sehr groß sein.

"Für viele Patienten gelten Schmerzen noch immer als unvermeidbarer Bestandteil eines Krankenhausaufenthaltes", so Dr. Daniel Hook, Chefarzt der Anästhesie und Intensivstation der Hamburger ENDO-Klinik. Aber der erfahrene Schmerztherapeut beruhigt sofort: "Kein Patient muss heute noch unnötig postoperativ Schmerzen erdulden." Genau genommen ist das Gegenteil der Fall! Gerade akute Schmerzen nach Operationen lassen sich mit neuen medikamentösen Therapien so gut beherrschen, dass die Patienten sie kaum noch spüren.

Schon auf der Intensivstation der Klinik steht deshalb nach der Operation gleich ein ganzes interdisziplinäres Team von ärztlichem Schmerzdienst und pflegerischen Schmerzassistenten den Patienten rund um die Uhr zur Verfügung. Das Wissen, nicht allein, sondern stattdessen umsorgt zu sein, ist der erste Schritt einer erfolgreichen Schmerztherapie. Die Spezialisten begleiten Patienten durch die Tage nach der OP. Sie werden ständig nach aktuellem Stand geschult.

Dr. Uwe Rose aus der Abteilung Anästhesie und Intensivmedizin: "Unsere Schmerzassistenten sind ständig im Dialog mit uns Ärzten und sorgen vor allem für die medikamentöse Therapie die individuell auf jeden Patienten ausgerichtet ist."

 

Weniger Schmerz – schnellere Heilung

Im Klinikalltag sieht die Arbeit der Experten so aus:

  • Kontinuierliche Versorgung der Schmerzkatheter und zeitgerechtes Befüllen der Schmerzpumpen mit Lokalanästhetika oder venöser Medikation.
  • Die Schmerzstärke jedes Patienten wird laufend auf einer numerischen Skala von 0 bis 10 festgehalten. Während eine 0 Schmerzfreiheit bedeutet, steht die 10 hingegen für stärkste Schmerzen. Ziel des Schmerzteams ist, dass die Patienten zwischen einer 0 und maximal einer 3 liegen.
  • Dr. Daniel Hook: "Wichtig ist, dass sich der Patient gut und sicher betreut fühlt, damit sich das sogenannte Schmerzgedächtnis mit seinen negativen Folgewirkungen für den Umgang mit dem eigenen Schmerzempfinden erst gar nicht aktiviert." 
  • Neben der bedarfsadaptierten Schmerzmedikation ist eine kontinuierliche Thromboseprophylaxe erforderlich – also die Vermeidung von Blutgerinnseln, die im schlimmsten Fall mit dem Blutstrom in Herz, Lunge oder Gehirn gespült werden könnten. Die Folge wäre eine Blockade eines unter Umständen lebenswichtigen Gefäßes, eine sogenannte Embolie. Die Thromboseprophylaxe erfolgt deshalb in den allermeisten Fällen mit einer täglichen Spritze unter die Haut, z. B. im Bereich des Oberschenkels oder des Bauches. Üblicherweise wird die Thromboseprophylaxe bis ca. 4-6 Wochen nach der Operation gegeben.
  • In den meisten Fällen wird ein Magenschutzpräparat zur Vermeidung von Magenschleimhautreizungen durch die Schmerzmedikation verordnet.

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