Integrative Medizin

Dermatologen betonen gern, dass jeder sein eigener Hautarzt sein kann! Und damit haben sie recht. Schließlich haben wir auf unser Äußeres einen enormen Einfluss, den wir im täglichen Leben geltend machen können. Die größten Hautsünden sind Schlafmangel, Sonnenbrand, Stress, Nikotin, Alkohol und Zucker. Ohne jeden erhobenen Zeigefinger kann man ganz klar sagen, dass jeder Mensch die Folgen von einem oder allen Faktoren am nächsten Morgen im Spiegel ablesen kann. Sie springen uns buchstäblich mitten ins Gesicht. 

Mit der richtigen Ernährung – und richtig bedeutet in diesem Fall eine Fülle an gesunden, frischen und unterschiedlichen Mikronährstoffen –können Sie selbst der Hautschädigung und -alterung entgegenwirken. Man muss davon ausgehen, dass der Satz "Wie innen, so außen" – und umgekehrt (!) – auch in Bezug auf die Haut gilt.

 

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Wie innen, so außen

 Was prägt unser Hautbild? Die AOK gibt einen interessanten Einblick in die Möglichkeiten integrativer Medizin.

Versorgt wird die Haut von innen durch das Blut mit allem, was sie braucht – vorausgesetzt, die Ernährung stimmt! Dass der Konsum von Genussgiften wie Alkohol und Nikotin dem Hautbild schadet, ist allgemein bekannt. Was aber unterstützt eine gesunde, schöne Haut? Wie der übrige Organismus braucht auch sie Proteine, Fett, Vitamine und Mineralstoffe, um ihre Funktionen zu erfüllen.

 

Proteine (Eiweiß): Eiweiß wird durch Enzyme zunächst in seine Bausteine, die Aminosäuren, zerlegt. Anschließend werden diese nach anderen Mustern wieder zusammengesetzt, um für den Körper nutzbar zu sein. Diese Proteine sind wichtig für den Aufbau von neuen Zellen.

∞ Fett: Die Haut braucht Fett, um fettlösliche Vitamine zu nutzen, aber auch zum Aufbau von Zellen, da die feinen Zellmembranen aus einer Kombination von Fetten und Proteinen bestehen. Besonders wertvoll sind Fette mit ungesättigten Fettsäuren, die vor allem in pflanzlichen Ölen enthalten sind.

∞ Vitamine: Eine einseitige Ernährung hinterlässt auf Dauer Spuren auf der Haut. Hautprobleme wie trockene oder sensible Haut, Ausschlag und Juckreiz können Zeichen einer unzureichenden Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen sein. Besonders die Vitamine der B-Gruppe sind entscheidend, wenn es um ein ausgeglichenes Hautbild geht:

  • Biotin kurbelt den Stoffwechsel an und versorgt die Haut mit Aufbaustoffen.
  • Als Bestandteil von Enzymen stellt Niacin Energie für die Zellerneuerung zur Verfügung.
  • Pantothensäure hilft bei der Heilung kleiner Wunden und sorgt für die Feuchtigkeitsregulierung der Haut.
  • Vitamin E, der Schadensbeseitiger und Leibwächter der Hautzellen, neutralisiert zellschädigende freie Radikale, die zur Hautalterung beitragen.
  • Vitamin A wird zur Bildung neuer Zellen in der Oberhaut benötigt.
  • Beta-Carotin als Vorstufe des Vitamin A ist wichtig für die Lichtverträglichkeit der Haut.
  • Vitamin C ist am Aufbau kollagener Fasern im Bindegewebe beteiligt, hilft, freie Radikale, unschädlich zu machen und stärkt die Immunabwehr.

Mineralstoffe: Kalium und Natrium regeln den Flüssigkeitsdruck im Gewebe und nehmen dadurch Einfluss auf die Prallheit der Haut. Mineralien sind an der Bildung von Enzymen und dem Stoffaustausch durch die Zellbegrenzungen beteiligt: Ohne Eisen wird die Haut trocken, Magnesium hält die Zellmembranen stabil und zugleich durchlässig. Kupfer fördert die Bildung der Hautbestandteile Collagen und Elastin und damit die Festigkeit und Elastizität der Haut. Es verleiht der Haut darüber hinaus ein strahlendes Aussehen.

Kann man Gesundheit essen? Unbedingt: Sie ist der Heiler, ohne den Heilung auf anderen Ebenen nicht wirklich gelingen kann. Eine vollwertige Ernährung entscheidet über die allgemeine Leistungsfähigkeit, über Glück und Wohlbefinden, über Abwehrkräfte und somit auch über das Hautbild. Klar ist, dass Junk-Food wie Pommes Frites, Curry-Wurst, reichlich belegte Hamburger, Chips, Süßigkeiten und Ähnliches nicht die geeignete Ernährung für die Haut sind. Dabei kann man gut und gesund schon mit ein paar einfachen Grundsätzen erreichen:

Das Zauberwort heißt ABWECHSLUNGSREICH.

Regelmäßig abwechslungsreich zubereitete Mahlzeiten essen, nicht immer die gleiche Beilage wählen, fünfmal am Tag Gemüse und Obst auf den Speiseplan setzen (im Idealfall zu jeder Mahlzeit, am besten in den Ampelfarben, das heißt ein rotes, ein grünes und gelbes Obst oder Gemüse). Weiterhin gilt: wenig Fleisch (300–600 g pro Woche sind genug), ausreichend Milch und Milchprodukte (wobei sich die wissenschaftlichen Geister in diesem Punkt komplett scheiden. Gehen Sie selbst nach Ihrem eigenen Verträglichkeitsempfinden!). Außerdem Vollkornprodukte, 1–2-mal in der Woche Seefisch, essenzielle Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen wie Rapsöl wählen.

Trinken, trinken, trinken!

Zur Ernährung gehört auch das Trinken. Ein Erwachsener sollte 1,5 Liter Flüssigkeit am Tag über Getränke zu sich nehmen. Gut geeignet sind Mineralwasser, Früchte- und Kräutertees oder stark mit Wasser verdünnte Obstsäfte. Die ausreichende Flüssigkeitsversorgung hält den Stoffwechsel in Schwung und die Haut länger prall. Bei sogenannten „Near-water-Getränken“, d. h. Wässern, die zwar wie Wasser aussehen, aber einen leichten Geschmack nach z.B. Apfel, Mango oder Kirsch haben, ist Vorsicht geboten! Häufig ist darin Zucker enthalten und gleichzeitig Citronensäure, die (wenn sie nicht aus Schimmelpilzen hergestellt wird, sondern tatasächlich ais Zitronen) an sich für den Stoffwechsel unschädlich ist, aber mit dem niedrigen pH-Wert dafür sorgt, dass ein ständiger Angriff auf den Zahnschmelz erfolgt.

 

Ein Stressoren-Bewusstsein entwickeln

Das Hautbild ist Ausdruck der körperlichen und seelischen Verfassung und somit ist ganzheitliches Denken die einzig realistische Option. Im Idealfall entspricht der Lebensstil einer gesunden Ernährung. Das heißt: Er ist ausgewogen, regelmäßig und gesund.

Achten Sie einmal darauf, wie sich Ihr Ess- oder Genussmittelverhalten unter Stress verändert. Wie die Vernunft ins Taumeln gerät. Wie Sie plötzlich Dinge essen oder tun, von denen Sie wissen, dass Sie Ihnen nicht gut tun. 

Für stressige Zeiten kann die folgende Liste hilfreich sein, wenn Sie, statt zu Zucker, Zigaretten und Junk Food zu diesen Mitteln greifen.

Die Experten von www.eatsmarter.de (über 100.000 Rezeptideen) haben eine Hitliste der besten Lebensmittel für schöne Haut zusammengestellt: Beauty Food. Dazu zählen aus ihrer Sicht

  • Pumpernickel: Das dunkle Brot ist ein wenig in Vergessenheit geraten. Dabei ist es so gesund. Pumpernickel wird aus Sauerteig hergestellt und das volle Korn schonend behandelt, so dass es besonders verträglich und ein perfektes Lebensmittel für schöne Haut ist. Es beinhaltet viele B-Vitamine und die wichtigen Beauty-Mineralien Kalium, Magnesium, Eisen und Selen.
  • Walnuss: Nüsse enthalten eine ideale Kombination aus Kalzium, Kalium, Magnesium, Zink und Eisen, sowie das Zellschutzvitamin E. Besonders wichtig ist die Pantothensäure – sie sorgt für eine glatte Haut.
  • Dinkel: Der hohe Anteil an Kieselsäure im Dinkel ist gut für Haut und Haare. Außerdem enthält das Getreide mehr Vitamine und Mineralstoffe als Weizen.
  • Möhren: Ein hoher Gehalt an Vitamin A sorgt für eine reibungslose Funktion von Haut und Schleimhäuten. Wichtigste Vorläufersubstanz ist das Betacarotin, das in zahlreichen Pflanzen vorkommt. Und besonders viel ist in Möhren enthalten. Betacarotin ist fettlöslich, ein wenig Öl zu den Möhren reicht schon, damit wir es besser aufnehmen können.
  • Fettarmes Fleisch: Ein Mangel an dem Vitamin B 2 (Riboflavin) kann zu aufgesprungenen Lippen und Mundwinkeln sowie zu trockener Haut allgemein führen. Dagegen hilft ein mageres Steak. Darin enthalten ist auch das wertvolle Zink, ebenfalls ein wichtiger Baustein für eine gute Vitamin-Versorgung der Haut.  Vegetarische Alternative zum Vitamin B 2 und Zink: Milch, Weizenkeime und Vollkornprodukte. Vegetarische Alternative zum Vitamin B 6: Kohl, grüne Bohnen, Kartoffeln und Linsen
  • Sonnenblumenöl: Für die Haut ist Linolsäure wichtig, ein Mangel führt zu rauen oder geröteten Stellen. Viel Linolsäure ist in Sonnenblumenöl und auch in anderen Pflanzenölen wie Maiskeimöl und Distelöl enthalten. Und der hohe Anteil an Vitamin E beugt Hauterkrankungen vor. Zudem hat es einen festigenden Effekt auf das Bindegewebe. 
  • Buttermilch: Milch- und Milchprodukte sind generell gut für die Haut. Dafür sorgt unter anderem ein hoher Anteil an Kalzium und Vitamin B 12. Buttermilch ist dabei besonders fettarm. Tipp: ein Buttermilchbad. Es hat einen beruhigenden und glättenden Effekt auf die Haut. Dafür 2 Liter Buttermilch in die Wanne gießen, warmes Wasser dazu laufen lassen und 15 bis 20 Minuten das Bad genießen. Danach nicht duschen, sondern sich in Handtücher wickeln und noch ein wenig ruhen. 
  • Kiwi: Ein Mangel an Vitamin C beeinträchtigt die Wundheilung der Haut. Eine einzige Kiwi deckt schon den Tagesbedarf am gesunden Vitamin. Meerrettich:Die scharfe Wurzel ist ein natürliches Antibiotikum. 
  • Meerrettich enthält Senföle, die die Durchblutung der Haut fördern und praktisch von innen desinfizierend wirken. Am besten frisch verwenden.

Homöopathie als komplementäres Heilverfahren kann helfen, Stressoren ins Bewusstsein zu rücken und damit auch helfen, sie auszuschalten. Unzufriedenheit, Erschöpfung, Angst, Kummer: Unsere Gefühle spiegeln sich auf unserer Haut wider. Nur, was wir sehen, können wir auch verändern.

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Der große Report: Prof. Dr. Henning Dralle über Schilddrüsenchirurgie & die Macht der Krebsgene

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