Medikamente

Bei bestimmten Herzerkrankungen müssen Sie Medikamente einnehmen, mit denen die natürliche Fähigkeit des Menschen zur Blutgerinnung oder zur Zusammenballung der Blutplättchen (Thrombozyten), die u. a. dem Verschluss von Wunden  dienen, ganz bewusst herabgesetzt wird, zum Beispiel 

  • bei koronarer Herzkrankheit oder nach einem Herzinfarkt
  • bei bestimmten Herzrhythmusstörungen (beispielsweise Vorhofflimmern)
  • nach einer Herzklappenoperation
  • nach dem Einsetzen von Stents (röhrchenartige Gefäßstützen aus unterschiedlichen, meist gitterartigen Materialien)
  • oder wenn sich bereits früher bei Ihnen ein Blutgerinnsel gebildet hat.

Damit soll verhindert werden, dass sich so genannte Thromben bilden, die die Blutgefäße verstopfen können und zu einer Minderdurchblutung von Organen oder sogar einer lebensgefährlichen Embolie im Herz oder Gehirn führen, bei der sich ein Gefäß dann komplett verschließt.  

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Zur Hemmung der Blutgerinnung oder der Blutplättchen werden meist eingesetzt:
ACETYLSALICYLSÄURE (ASS) - ein sogenannter Thrombozyten-aggregationshemmer.
CUMARINE - das sind so genannte Antikoagulanzien. Sie hemmen die Blutgerinnung, indem sie das Vitamin K blockieren und so die Bildung von Gerinnungsfaktoren in der Leber hemmen.

ACE-HEMMER - dies sind gefäßerweiternde Medikamente. Die Abkürzung ACE steht für ein körpereigenes Enzym, das Angiotensin-Converting-Enzym, das für die Umwandlung von Angiotensin-I in Angiotensin-II verantwortlich ist. Durch die ACE-Hemmer verringert sich die Anspannung der Gefäßmuskulatur. So nimmt der Druck in den Blutgefäßen ab, d. h. der Blutdruck sinkt. 

BETABLOCKER - sie blockieren die so genannten Beta-Rezeptoren am Herz und an den Gefäßwänden und hemmen dadurch die Wirkung der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin. Dies führt zu einer Entlastung des Herzens, indem die Herzschlagfolge verlangsamt und die Kraft, mit der sich der Herzmuskel zusammenzieht, vermindert wird. Das Herz arbeitet sozusagen im Schongang

WER MACHT WAS?

ANTIARHYTHMIKA sind Medikamente, die bei Herzrythmusstörungen eingesetzt werden. Diese beeinflussen in unterschiedlicher Weise die Bildung und Weiterleitung der elektrischen Erregungen im Herzen. 

 

DIURETIKA - sie werden im Volksmund auch „Wassertabletten" genannt. Diuretika helfen den Nieren, mehr Wasser und Salz im Urin auszuscheiden. Sie wirken also harntreibend. Dadurch verringert sich die Flüssigkeitsmenge im Blutkreislauf, und der Druck in den Arterien wird geringer. 

 

CALCIUMANTAGONISTEN - sie erweitern die Blutgefäße und Koronararterien. Dadurch wird einerseits der Blutdruck gesenkt und das Herz entlastet. Andererseits kann mehr Blut durch die erweiterten Koronararterien fließen und dadurch die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels deutlich verbessert werden. Calciumantagonisten werden bei Bluthochdruck und für die Dauerbehandlung der koronaren Herzkrankheit eingesetzt.

 

HERZGLYKOSIDE - sie werden auch als Digitalispräparate bezeichnet, denn sie entstammen ursprünglich dem Extrakt des Fingerhuts (Digitalis purpurea oder D. lanata). Ihre herzstärkende Wirkung, aber auch ihre Giftigkeit, ist seit etwa 200 Jahren bekannt. Herzglykoside steigern die Schlagkraft des Herzens, senken die Herzfrequenz und verlangsamen die Geschwindigkeit der elektrischen Leitung im Herzen. Das Herz schlägt dadurch seltener, aber kräftiger und verbraucht weniger Sauerstoff und Energie. Deshalb werden Herzglykoside in der Therapie der Herzinsuffizienz eingesetzt, das heißt bei einem „schwachen“ Herzen, sowie zur Behandlung von bestimmten Herzrhythmusstörungen.


NITRATE - sie entlasten durch eine Erweiterung der Venen und der Arterien das Herz. Dadurch verringern sie zum einen den Sauerstoffbedarf des Herzens, zum anderen verbessern sie die Sauerstoffversorgung der Herzmuskulatur. Einige dieser Medikamente wirken sehr schnell und werden als Spray oder Zerbeißkapsel bei einem Angina-Pectoris-Anfall eingesetzt. Hier sorgen sie dafür, dass das Herz rasch wieder durchblutet wird.

 

STATINE - sie werden eingesetzt, um die Blutfettwerte zu senken. Erhöhte Blutfettwerte, besonders LDL-Cholesterin, stellen ein Risiko für Arteriosklerose,  die koronare Herzkrankheit (KHK) und schließlich für einen Herzinfarkt. LDL beziehungsweise HDL sind die Abkürzungen für die Formen, in die Cholesterin verpackt wird, damit es im Blut transportiert werden kann.  LDL sorgt dafür, dass das Cholesterin zu den Zellen gelangt. Bei einem Überschuss im Blut wird LDL-Cholesterin jedoch in den Wänden der Arterien eingelagert: der Startschuss für die Arteriosklerose (Gefäßverkalkung), die zum Herzinfarkt führen kann. Daher wird das LDL-Cholesterin auch als das „schlechte Cholesterin“ bezeichnet. Cholesterin-Synthese-Enzym-Hemmer (CSE-Hemmer) senken den Cholesterinspiegel im Blut, indem sie die körpereigene Cholesterinbildung hemmen. Sie werden zusammengefasst auch als Statine bezeichnet. 

 

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