Das Team

Einen Finger, die Hand, den Arm zu retten, ist eine derartige logistische Meisterleistung, dass man sich selbst nach intensiver Recherche fragt, ob – außer dem Replantationsteam um Professor Eisenschenk – nicht auch Gott jedes Mal seine Hand im Spiel hat.

So viele Rädchen müssen ineinandergreifen, so viele Menschen auf den Punkt wissen, was zu tun ist. So viele gute Umstände müssen zusammenkommen, dass es fast unmöglich erscheint, dass die Versorgungskette nicht an irgendeiner Stelle reißt. Die Patientin, der Patient, schwer verletzt und ebenso schwer traumatisiert, mag in den ersten Stunden noch nicht wissen, welche Maschinerie um ihn herum angelaufen ist. Doch am Ende steht, so oder so, in jedem Fall ein Neuanfang, in dem nichts je wieder so selbstverständlich sein wird wie es einmal war.

 

Das Replantationszentrum am ukb, bestehend aus einem hochkompetenten Ärzteteam mit drei Oberärzten und fünf Fachärzten, gehört zu den beispielhaften, handchirurgischen Versorgungszentren in Europa.

"Wenn ein Patient nach dem Eingriff wach wird", so Chefarzt Prof. Dr. Andreas Eisenschenk, "bekommt er sofort psychologische Hilfe. Für diesen Zweck haben wir in unserem Team Psychotraumatologen, die sich um die Betroffenen kümmern. Die Patienten reagieren alle unterschiedlich: Für die einen bricht eine Welt zusammen, wenn sie erkennen, dass sie eine Hand oder ein Bein verloren haben. Andere wiederum nehmen – oft nur scheinbar – relativ schnell die neue Situation an. Aber erfahrungsgemäß benötigen Sie alle die Hilfe von unseren Psychotraumatologen."

Es wäre schön, wenn sich diese Praxis in jeder zutiefst lebensverändernden Krankenhaussituation durchsetzen würde.

Denn schon weitaus – vermeintlich – "kleinere" Behinderungen der Hand können Patienten in ihren gewohnten Abläufen aus der Bahn werfen. Eine solche, gegen die nach heutigem Wissensstand kein Kraut gewachsen scheint und bei dem auch Operationen die Krankheit selbst nicht aufhalten können,  ist der so genannte Morbus Dupuytren. Bisher ist keine zuverlässige Methode bekannt, die den Verlauf der Erkrankung, bei dem sich die Sehnen in der Handinnenfläche sukzessive verkürzen, stoppen ließe.

 

DIE DEUTSCHE DUPUYTREN-GESELLSCHAFT e.V.

Die Dupuytrenschen Krankheit (auch Morbus Dupuytren, Dupuytrensche Kontraktur, manchmal auch Dupuytren'sche Kontraktur genant), ist eine gutartige Erkrankung des Bindegewebes. Aus noch ungeklärten Gründen entstehen dabei in der Handfläche oder der Innenseite der Finger gutartige Knoten, aus denen sich im Lauf der Zeit Stränge entwickeln. Diese verhindern zunehmend die Streckung des befallenen Fingers, sodass dieser immer mehr in Richtung der Handfläche gekrümmt wird. Sie kommt vergleichsweise häufig vor: Wahrscheinlich hat etwa ein Drittel der älteren Hälfte der deutschen Bevölkerung Symptome der Dupuytrenschen Krankheit, etwa 1,5 bis 2 Millionen sind deutlich befallen und 40.000 bis 45.000 Patienten werden jährlich behandelt.  Da die Krankheit gutartig ist, stellt sie keine Lebensgefahr dar, jedoch unter Umständen eine erheblich Einschränkung der Handfunktion.

 

Wann tritt die Krankheit auf?

Meist im mittleren Lebensalter, bei Männern im Durchschnitt etwa 10 Jahre früher als bei Frauen. Aufgrund einer belgischen Studie schätzt man, dass etwa ein Drittel der über 50-Jährigen (und hier Männer zwei- bis achtmal häufiger als Frauen) und 40 % der 80-Jährigen in der Bevölkerung (in diesem Alter Männer und Frauen dann etwa gleich häufig) betroffen sind, d.h. Symptome der Krankheit haben. 

 

Verursacht die Dupuytren-Krankheit Schmerzen?

In den meisten Fällen ist die Dupuytren-Krankheit unbequem, manchmal behindernd, aber typischerweise schmerzfrei. Falls jedoch die Knoten oder Stränge Nerven beeinflussen, kann dies durchaus schmerzhaft sein.

 

Wer muss behandelt werden?

 Wenn einer oder mehrere Finger gekrümmt sind und zu einer störenden Behinderung führen, kann durch einen geeigneten Eingriff die Streckung der Finger meistens wieder erreicht werden. Es muss aber nicht unbedingt gewartet werden, bis der Finger gekrümmt ist. 

Eine Indikation können Schmerzen sein, die sich u. U. – hier ist die Fachwelt sich uneins – bestrahlt oder in der Regel operativ entfernt werden.  Fragen Sie Ihren behandelnden Experten.

Sehnenverkürzung auch in den Füßen

Der Morbus Ledderhose, auch Ledderhose-Krankheit genannt, zählt wie der Morbus Dupuytren zu den Fibromatosen. Dabei entstehen gutartige Knoten, seltener auch Stränge, an der Innenseite der Füße bzw. in der Fußsohle. Die Knoten sind anfangs meist schmerzfrei oder nur leicht schmerzhaft, wachsen jedoch und können dann zum Teil erhebliche Beschwerden beim Gehen verursachen, insbesondere, wenn zum Beispiel Schuhe mit hartem Fußbett getragen werden. Die Krankheit ist nach dem deutschen Chirurgen Georg Ledderhose benannt und tritt – aus unbekannten Gründen – weniger häufig als der Morbus Dupuytren auf, öfter aber in Verbindung mit der Dupuytrenschen Krankheit. 

Dupuytren- und Ledderhose-Krankheit können leider nicht geheilt werden.  Verschiedene Therapien können den Krankheitsfortschritt evt. aufhalten oder gekrümmte Finger wieder gerade und funktionell machen. Welche Behandlung die richtige ist, hängt vom Stadium der Krankheit ab, von der individuellen Situation und ist zum Teil auch eine persönliche Entscheidung. 

Die Handoperation ist bei weitem die häufigste Behandlung der Dupuytrenschen Kontraktur. Die meisten Ärzte werden Ihnen raten, erst einmal abzuwarten, bis der Finger ein Streckdefizit von 20 Grad oder mehr hat und dann zu operieren. Sehr oft kann mit der Operation wieder ein gerader und funktioneller Finger erreicht werden.

Das sollten Sie wissen: 1. Die Krankheit wird wahrscheinlich wieder zurückkommen. Man spricht dann von einem Rezidiv. Nach einer Operation kann ein Rezidiv schon nach wenigen Jahren oder auch erst nach 10 – 20 Jahren auftreten. 2. Wegen der Narben der ersten Operation ist eine zweite Operation an der gleichen Stelle sehr viel schwieriger und eine dritte Operation oft nicht mehr möglich. 3. Eine Operation kann bei manchen Patienten zu neuen, aggressiv wachsenden Knoten an anderen Stellen der Hand führen. Gehen Sie davon aus, dass es mindestens 1 – 2 Monate dauert, bis Sie Ihre Hand wieder voll einsetzen können, in ungünstigen Fällen auch 4 oder mehr Monate. 

Weitere Informationen: www.dupuytren-online.de  

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