Stressoren für die Ohren

Was bringt die Ohren aus dem Gleichgewicht? Was muss geschehen, damit die feinen Haarzellen so geschädigt werden, dass graduelle oder vollkommene Gehörlosigkeit die Folge ist?

Bedenkt man, dass Hörbeeinträchtigungen laut Prof. Arneborg Ernst in Deutschland verbreiteter sind als Sehbeeinträchtigungen, lohnt sich ein  Blick auf die möglichen Auslöser.

Gründe gibt es viele: Genetische Defekte können zum Beispiel für Taubheit verantwortlich sein, die dann unter Umständen von einer an die nächste Generation weitergegeben werden. Ebenso angeborene Schallleitungsstörungen und Fehlbildungen des Ohres. Oder eine Virusinfektion wie Pfeiffersches Drüsenfieber. Ebenso eine ständige Belüftungsstörung der Ohrtrompete. Ein Knalltrauma durch eine Pistole oder Silvesterböller kann die Hörfähigkeit für immer beeinträchtigen, wenn nicht sogar zerstören. Oder die Beeinträchtigung  hat zusätzlich auch noch einen Tinnitus zur Folge: ein ständiges, nervtötendes Piepen, Klingeln, Scheppern oder Brummen, das – je stiller oder je stressiger es wird – jedes andere Geräusch zu übertönen scheint.

 

Auch Medikamente zählen eindeutig zu den Übeltätern. Sie spielen weniger eine Rolle im Hinblick darauf, Hörstörungen zu beheben als sie vielmehr auszulösen! Kürzlich berichtete die Apotheken-Umschau über Schwerhörigkeit, insbesondere über spezielle Ursachen. Das Magazin richtete sein Augenmerk dabei u. a. auf Arzneien wie Schmerzmittel und spezielle Antibiotika sowie Suchtmittel und Giftstoffe, wie sie an Arbeitsplätzen vorkommen – allen voran Farben, Lösungsmittel und Baustoffe. Unter den Schwermetallen stehen wie immer Blei, Kadmium und Quecksilber im Verdacht.

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Offenbar wirken einige der giftigen Substanzen gleich auf doppelte Weise fatal: zum einen schädigen sie den Stoffwechsel im Innenohr, zum anderen beeinträchtigen sie offenbar die Nervenfunktion der hoch sensiblen Hörnerven. Kommt man mit ihnen in Berührung, sind entsprechend meist beide Ohren betroffen.

 

Der allzu sorglose Umgang mit Schmerzmitteln wie NSAR (nicht-steroidale Antirheumatika) scheint ein gewisses Risiko darzustellen, ebenfalls die millionenfach angewendete Acetylsalicylsäure.

Dass Chemotherapeutika einen massiven Angriff nicht nur auf die Krebszellen, sondern auch auf gesunde Zellen darstellen, ist hinreichend bekannt. Für die Ohren sind besonders die Zytostatika Cisplatin oder Carboplatin potenziell gefährlich.

 

Der Schwindel, der bei zu viel Alkohol auftritt, könnte eigentlich schon als Warnhinweis gewertet werden, da sich das Gleichgewichtsorgan im Innenohr befindet. Entsprechend finden sich dann auch bei regelmäßigem Alkoholgenuss bzw. -missbrauch Nervenschäden im Ohr.

 

Ein Feind namens Dezibel

Und dann wäre da natürlich noch der Faktor, dem man in unserer Welt kaum noch entgehen kann: Lärm. Die Kneipe um die Ecke. Die Baustelle mit Presslufthämmern. Die Einflugschneise. Die Musik, die wir mit Stöpseln in den Ohren auf voller Lautstärke hören, um den Stress abzubauen. Das Konzert, auf dem die Lautsprecher so pfeifen, dass man kaum noch hört, wer da eigentlich was singt… und wovon. Oder aber auch das Konzert von Beethovens 9. Symphonie, die er erst beendete, als er bereits taub war. Den Applaus des Publikums bei der Aufführung konnte er selbst nicht mehr hören. Beethoven war übrigens ein großer Freund einer ganzheitlichen Heilmethode, die auch Prof. Ernst befürwortet: Homöopathie.

Ab 85 Dezibel fängt es an, unbehaglich für unsere Ohren zu werden. Neben einem Krankenwagen mit Martinshorn laufen Sie schon Gefahr, selbst mit Hörschäden darin zu landen. Wenn die Ohren schmerzen, ist es allerhöchste Zeit, sie zuzuhalten und zu gehen, denn ein einziger Lärmangriff von über 120 Dezibel kann schon irreparablen Schaden anrichten.

Viele Menschen müssen erst in ein Kloster gehen, auf eine Bergspitze, in einen Wald, um einschätzen zu können, was den lieben langen Tag auf sie eindröhnt.

 

DER ZAHN DER ZEIT NAGT AUCH AM OHR

Der wichtigste und leider auch unvermeidlichste Risikofaktor ist das Alter. Falls Sie den Verdacht haben, dass Ihr Gehör nicht mehr so präzise arbeitet wie früher – oder wenn andere Menschen Sie darauf hinweisen –, sollten Sie bei einem Audioexperten einen Hörtest vornehmen lassen. Es gibt keine Medikamente, die verlorenes Hörvermögen zurückbringen könnten. Doch im Sinne einer Regulationstherapie lässt sich der Gesamtzustand eines jeden Menschen, egal ob alt oder jung, durch ganzheitliche Heilverfahren wie Akupunktur, Sauerstofftherapie oder Homöopathie unter Umständen stärken. In diesem Fall sollten Sie einen ausgewiesenen Experten um Rat fragen.

Weil es eine gewisse Zeit dauert, sich an Hörhilfen zu gewöhnen und man sie um so sicherer nutzen kann, je eher man Erfahrungen damit sammelt, sollten Sie nicht warten, bis sich tatsächlich Schwerhörigkeit einstellt. Denn je weniger wir hören, umso weniger verstehen wir auch. Und dazu zählt auch komplizierte Technik.

MfM USER

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